Meilerfest - Holzkohleherstellung

Holzköhlerei in der Häusellohe - In Selb wird jährlich der Meiler angezündet und damit - wie schon in den Jahren zuvor - an eine alte Tradition erinnert: die Holzverkohlung.

Jahrhundertelang pochten im Tal der Eger zahlreiche Hammerwerke. Sie bildeten die Zentren einer geschäftigen Eisenverhüttungsindustrie. Die umliegenden Waldgebiete des Fichtelgebirges, des Selber- und Hohenberger - Forstes dienten als Rohstoffreservoir für den enormen Energiehunger der Eisenschmelzen und Schmieden. Überall rauchten die Meiler, in denen das geschlagene und gescheitete Holz zu Holzkohle, dem wichtigsten Brennstoff in früherer Zeit wurde.

Errichtung des Meilers: Holzscheite werden dicht gelagert, kegelförmig um einen Pfahl (Quandel) aufgeschlichtet und dann mit einer luftdichten Decke aus Grasfilz, Erde und der Kohlenlösch, dem Restabfall der letzten Meiler, abgedeckt. Der Köhler zündet dann mit einer durch das vorbereitete Zündloch bis ins Meilerzentrum reichenden Zündstange den um die Quandel mit leicht entflammbarem Reisig und Kienspänen aufgebauten Feuerschacht. Die Kunst des Köhlers besteht darin, Tage und Nächte tätig darüber zu wachen, daß der Meiler nicht durchbrennt, andererseits aber soviel Hitze (ca. 350 Grad Celsius) entwickelt, damit Wasser, Teer, Kohlensäure, Kohlendioxid, Wasserstoff und Kohlenwasserstoff sich verflüchtigen und das Holz verkohlt.

Wie damals wird das in den Wäldern um die Häusellohe geschlagene Holz in mühevoller und schweißtreibender Handarbeit zunächst gespalten und kunstvoll aufgestapelt. Der so entstandene Meiler wird dann in der Morgendämmerung, nach einer kurzen Andacht, angezündet.

Eine Woche später kann die entstandene Holzkohle (ca. 270 kg aus einer Tonne Holz) abgelöscht werden.
Gefeiert wird dies mit einem großen Meilerfest: die Gäste erfrischen sich mit, nach speziellem Verfahren gebrautem, dunklen Bier; besonders gut schmeckt natürlich das auf Selber Holzkohle frisch gegrillte Spanferkel.


Zurück zum SELBstPORTRAIT


Zurück zu Stefans Homepage



V.i.S.d.P.: Stefan Cordes - diese Seiten wurden unentgeltlich erstellt -